Charta-Text

DEMOKRATIE VERTEIDIGEN HEISST, SIE WEITER ENTWICKELN !

CHARTA

    FÜR EIN EUROPA DER MENSCHEN UND REGIONEN

WEGE ZUR SELBSTBESTIMMUNG AUF FREIER, DEMOKRATISCHER UND KULTURÖKOLOGISCHER GRUNDLAGE

Kurzfassung

 

Die Selbst­be­stim­mung der Bür­ger, die demo­kra­ti­sche Mit­wir­kung und Mit­ge­stal­tung von Gemein­schaf­ten und Gemein­den und die Sou­ve­rä­ni­tät der Völ­ker Euro­pas gera­ten immer mehr unter die Räder eines immer schwer­fäl­li­ge­ren und unbe­weg­li­che­ren EU-Super­staa­tes. Admi­nis­tra­tio­nen und Par­tei­eli­ten, inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne und glo­ba­le Finanz­be­we­ger bestim­men in enger Ver­fil­zung und los­ge­löst vom poli­ti­schen Wil­len der Bür­ger die „alter­na­tiv­lo­sen“ Rah­men­be­din­gun­gen und damit, was wir über­haupt noch wol­len und den­ken dür­fen!

Wenn wir nicht wol­len, dass poli­ti­sche Ohn­machts­ge­füh­le sich zuneh­mend in Was­ser auf die Müh­len popu­lis­ti­scher Akteu­re wan­deln, müs­sen wir uns als Bür­ger, als selbst­be­stimm­te Indi­vi­du­en, als Gemein­schaf­ten und Gemein­den dar­an erin­nern, dass wir der Sou­ve­rän in die­sem Staat sind.

Die „Char­ta“ will die Rich­tung auf­zei­gen und kon­kre­te Wege beschrei­ben, auf denen wir unse­re poli­ti­sche Hand­lungs­fä­hig­keit wie­der erlan­gen kön­nen. Auf fast allen Ebe­nen haben muti­ge Men­schen und Gemein­schaf­ten bereits gezeigt, wie es auch anders gehen könn­te. Aber noch gibt es kei­nen gemein­sa­men poli­ti­schen Bezugs­rah­men, in dem die ver­schie­de­nen Ansät­ze sys­tem­über­win­dend zusam­men-wir­ken kön­nen. Mit der „Char­ta“ bie­ten wir einen sol­chen an.

Die „Char­ta“ ist die poli­ti­sche Visi­on vom Auf­bau einer nach­hal­tig demo­kra­ti­schen Gesell­schaft. Die­ser Auf­bau beginnt in über­schau­ba­ren Grup­pen, in Gemein­schaf­ten, Nach­bar­schaf­ten und Gemein­den, und setzt sich fort in Städ­ten, Krei­sen und auto­no­men Regio­nen. Selbst­er­mäch­ti­gung und Gemein­wohl­ori­en­tie­rung wer­den nicht län­ger gegen­ein­an­der aus­ge­spielt, son­dern als das erkannt, was sie ihrem Wesen nach sind, näm­lich die bei­den Sei­ten der Frei­heit, die ein­an­der erst ermög­li­chen. Eine nach­hal­tig demo­kra­ti­sche Gesell­schaft basiert auf der Selbst­be­stim­mung in koope­ra­ti­ver Gemein­schaft.

Wenn es gelingt, eine wirk­lich freie und ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te poli­ti­sche Wil­lens­bil­dung in den Grund­ein­hei­ten, an der Basis der Gesell­schaft zu eta­blie­ren, schaf­fen wir damit die Grund­vor­aus­set­zung fur die Lösung der bren­nends­ten Fra­gen unse­rer Zeit.

Wir

  • schaf­fen die mensch­li­chen und struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen für eine Wirt­schaft, die den Men­schen und dem Gemein­wohl dient.
  • auto­ri­sie­ren und beauf­tra­gen die Poli­tik zur Schaf­fung gemein­wohl­dien­li­cher und demo­kra­tisch gestalt­ba­rer Finanz­sys­te­me.
  • befrei­en die Natur, Land, Was­ser, „Roh­stof­fe“, Ener­gie, Lebe­we­sen und ande­re Lebens­grund­la­gen aus der Gefan­gen­schaft einer pro­fit­ma­xi­mie­ren­den Ver­wer­tungs­lo­gik und begeg­nen unse­rer natür­li­chen Mit­welt auf Augen­hö­he.
  • stär­ken die Viel­falt und Aut­ar­kie, ech­te Sub­si­dia­ri­tät und Lebens­qua­li­tät in den Regio­nen, so dass ein gro­ßer Teil der heu­ti­gen Ener­gie-, Güter- und Per­so­nen­trans­por­te weg­fal­len kann, und
  • ermög­li­chen damit ein gutes Leben in Frei­heit und Wür­de in allen Regio­nen.

 

DREI GRUNDKOMPONENTEN DERCHARTA

1. Dezen­tra­li­sie­rung und Regio­na­li­sie­rung:

Wir gehen davon aus, dass die meis­ten Pro­ble­me und Her­aus­for­de­run­gen leich­ter und nach­hal­ti­ger lös­bar sind, wenn sie in über­schau­ba­ren Zusam­men­hän­gen und unter demo­kra­ti­scher Mit­wir­kung mög­lichst aller, die davon betrof­fen sind, geplant und ent­schie­den wer­den. Zu gro­ße Sys­te­me (sowohl Natio­nen, wie auch Kon­zer­ne oder Behör­den) nei­gen, unab­hän­gig von ihrer Ideo­lo­gie, aus Eigen­dy­na­mik zu zen­tra­lis­ti­schen Ver­ein­heit­li­chun­gen, zu Bevor­mun­dung von Men­schen, Gemein­schaf­ten und Regio­nen und zu ande­ren lebens­feind­li­chen Herr­schafts-Mecha­nis­men.

Ein Euro­pa aus eini­gen hun­dert auto­no­men Regio­nen (von denen kei­ne so groß und mäch­tig ist, dass sie den ande­ren ihren Wil­len dik­tie­ren kann), die in vol­lem Sin­ne sou­ve­rän blei­ben — auch wenn sie sich zur Lösung aus­ge­wähl­ter Auf­ga­ben zu Föde­ra­tio­nen ver­schie­dens­ter Art ver­bin­den — ist die Alter­na­ti­ve zu einer immer zen­tra­lis­ti­scher wer­den­den EU und dem Abbau der Rech­te der natio­na­len Par­la­men­te.

2. Basis­de­mo­kra­tie und ech­te (d.h. auch poli­ti­sche!) Sub­si­dia­ri­tät:

Das Sys­tem der reprä­sen­ta­ti­ven par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie ist lern- und hand­lungs­un­fä­hig gewor­den. Statt den sub­stan­ti­el­len Sou­ve­rä­ni­täts­ver­lust der natio­na­len Par­la­men­te nur fol­gen­los zu bekla­gen oder gar den über­na­tio­na­len Struk­tu­ren noch mehr Auf­ga­ben zu über­las­sen, zeigt die „Char­ta“ Wege auf, Demo­kra­tie von unten her zu ent-wickeln. Aus­ge­hend von über­schau­ba­ren Basis­ein­hei­ten (s.u.), wer­den neue Wege gegan-gen, um eine nach­hal­tig demo­kra­ti­sche Gesell­schaft von unten nach oben zu gestal­ten.

Die „Char­ta“ schlägt kon­kre­te Struk­tu­ren vor, in denen die abs­trak­te Idee von der Sou­ver­a­ni­tät des Vol­kes prak­tisch ver­wirk­licht wer­den kann. Mög­lichst viel umfas­sen­de und auch poli­ti­sche Kom­pe­tenz schon in den Basis­ein­hei­ten, Direk­te Demo­kra­tie und Räte­struk­tu­ren bil­den den Unter­bau, auf dem auto­no­me Regio­nen ent­ste­hen. Die­se ver­net­zen sich zwar ihrer­seits nach den glei­chen basis­de­mo­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en zu Föde­ra­tio­nen, geben ihre Sou­ver­a­ni­tät aber nicht an die­se ab.

3. Über­win­dung von patri­ar­cha­len Struk­tu­ren:

Eine sich im Sin­ne der „Char­ta“ von unten her basis­de­mo­kra­tisch ent­fal­ten­de Gesell­schaft zielt letzt­end­lich auf eine Über­win­dung des Sys­tems der Herr­schaft von Men­schen über Men­schen. Um ech­te Basis­de­mo­kra­tie zu ent­wi­ckeln, mit den Erfah­run­gen und dem Wis­sen von viel mehr Men­schen als ledig­lich der Berufs­po­li­ti­ker, Juris­ten oder Gesell­schafts­wis­sen-schaft­ler, sieht die Char­ta u.a. fol­gen­des vor:

  • Basis­ge­mein­schaf­ten: Sie sind nicht grö­ßer, als dass sich die Men­schen noch von Ange­sicht ken­nen, und bil­den die Grund­la­ge der gegen­sei­ti­gen Daseins­für­sor­ge und der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung.
  • Geglie­der­ter Kon­sens: Um trag­fä­hi­ge Ent­schei­dun­gen her­bei­zu­füh­ren, sol­len Bera­tun­gen u.a. in zunächst getrenn­ten Frau­en- und Män­ner­run­den statt­fin­den.
  • Pari­tä­ti­sche Dele­ga­ti­on: Jeweils gleich viel Frau­en wie Män­ner wer­den in einen Rat ent­sandt.
  • Gebun­de­nes Man­dat: Dele­gier­te sind gebun­den an die Auf­trä­ge der sie ent­sen­den­den Basis.

 

Die komplette Charta als pdf:

CHARTA-Volltext.pdf

CHARTA- Kurzfassung.pdf

 

Über­set­zun­gen auf Eng­lisch und Spa­nisch fol­gen